Aus gegebenem Anlass: Eine Dissertation schreiben ist wie kochen…

… für beides gilt:

Man muss sich überlegen, wem es schmecken soll.

Irgendwann ziemlich am Anfang muss die (Gar)Methode gewählt werden. Bei ihr sollte man bleiben, da es sehr schwierig und aufwändig wird, sich mittendrin umzuentscheiden und das filetierte Hühnchen wieder zusammenzusetzen, um es als gefüllten Vogel auf den Tisch zu bringen.

Wenn man einen Fehler gemacht hat, gibt es meist mehrere Möglichkeiten und Gelegenheiten, ihn auszubügeln – exakt bis zur Sekunde vor dem Servieren.

Zwischendurch fällt einem auf, dass man eine wichtige Zutat nicht besitzt. Man improvisiert.

Es ist furchtbar viel Arbeit, und man hofft, dass es sich lohnen und das Ergebnis einen selbst und die Gäste zufrieden stellen wird.

Es ist furchtbar viel Arbeit, und man wünscht sich, man hätte stattdessen den Pizzaservice gerufen. Dann erinnert man sich, dass der nur Pizza im Angebot hatte. Die hat man aber schon so oft gegessen, und die tolle kulinarische Idee, auf die die Gäste nun schon neugierig sind, wäre ungekocht geblieben.

Es ist furchtbar viel Arbeit!! Und fast immer ist das fertige Gericht dann doch – ein bisschen oder sehr, glücklicher- oder unglücklicherweise – anders als geplant.

Meist hat man zu viel gekocht, verstaut die Reste im Kühlschrank und vergisst sie dort. Oder man holt sie am nächsten Tag hervor und hat (fürs Erste) wirklich, wirklich keine Lust mehr darauf.

Wenn alles vorbei ist, ist man erleichtert. Sofort setzt das gnädige Vergessen der mühevollen bis hässlichen Aspekte ein.
Für den Rest seines Lebens erinnert man sich dann an die gemeisterte Herausforderung, das leckere (oder zumindest originelle und ambitionierte) Essen und die schönen, inspirierenden Gespräche mit den Gästen.

Meinen herzlichen Dank an alle, die mich in den vergangenen Jahren – ob vor Ort oder aus der Ferne – beim Verfassen der Dissertation und bei der Vorbereitung auf die Disputation begleitet haben!

Vier Länder in zwei Monaten. Und was ich daraus gelernt habe, in 7 Punkten

Ständiges Unterwegssein und Erholung passen nicht zusammen. Entweder ständiger Input, Abenteuer und immer wieder Neues – oder abschalten, zur Ruhe kommen, innere Einkehr.

Für die bloße Lebensgrundlage zu sorgen – Essen, Trinkwasser, einen sicheren Schlafplatz, Bargeld, örtliche Orientierung – ist anstrengend. (Das ist uns oft nicht klar, während und solange wir uns in einer gesicherten Situation befinden: feste Wohnung, vertrautes Umfeld, Geld und der nächste Supermarkt um die Ecke! Liebe Leser/innen, denkt daran, wenn euch demnächst ein Obdachloser um einen Euro bittet…) Kommt noch die Ausarbeitung der weiteren Route, die Recherche und Buchung der nächsten Verkehrsmittel usw. hinzu, wird es zum Vollzeitjob. Pauschalreisen haben auch ihre Vorteile…!

Alles geht gut, solange es nicht alptraumhaft schief geht. Bestes Beispiel: Die erste Nacht in Luang Prabang, in der das Städtchen so ausgebucht war, dass ich mir ein Hotelzimmer (und ja, das Bett!) mit zwei unbekannten (männlichen!) Mitreisenden teilen musste. Natürlich habe ich mich zuerst geärgert, nicht im Vorhinein eine Unterkunft gebucht zu haben – später wurde mir aber klar, dass ich bei dem Versuch erkannt hätte, dass Luang Prabang während des Chinesischen Neujahrs ein ungünstiges Reiseziel ist. Dann hätte ich vielleicht darauf verzichtet – und mich einer ganzen Woche an einem der schönsten Orte in Laos beraubt.

Gute Schuhe, Sonnenschutzmittel und Bodylotion sollten aus Deutschland mitgebracht werden. Auf die Qualität südostasiatischer Produkte ist kein Verlass, und die Bestandteile wird man ohnehin nie eruieren können. In der dort verkäuflichen Bodylotion befindet sich grundsätzlich kosmetischer Aufheller (gefährliche Bleichmittel).

Die eigene Stimmung und Wahrnehmung bedingt alles. Die Schönheit der Landschaft, die Bedeutung kleiner Begebenheiten, die Bewertung der gesamten Unternehmung. Der Einfluss des eigenen Mindsets kann gar nicht überschätzt werden.

Steckdosenadapter sind unnötig. Ein Stückchen Seife in der Hosentasche ist unbedingt ratsam.

Letzten Endes hängt alles im Leben nur von einer einzigen Entscheidung ab: Das mache ich jetzt.

 

… und hier geht es zu den Fotos aus Thailand, Laos, Vietnam und Singapur!