Reisenotizen 1: Koh Phayam

Koh Phayam! Die Perle der Andamanenküste, mit breiten Stränden, flachem badewannentemperierten Meer, und, vor allem: echtem Dschungel. Kürzlich habe ich mich – trotz des Kopfschüttelns der Einheimischen – auf einem kaum erkennbaren Fußweg, der hinter einer der Bungalowanlagen begann, mitten hineinbegeben.

Ich war überwältigt. Nach kaum 100 Metern steigen Hitze und Luftfeuchtigkeit ins kaum noch Erträgliche, und die Moskitos wissen sich kaum zu halten angesichts des unerwarteten Festmahls. Aus dem Unterholz dringen Geräusche wie von großen Tieren. Und diese Düfte! Überhaupt wehen den Besucher auf dieser Insel alle paar Meter neue Düfte an, vor allem von den gerade verblühten Cashewbäumen – ein florales, überaus exquisites, nachgerade berauschendes Bouquet.

Koh Phayam, jungle

Koh Phayam, beach

Koh Phayam, beach

Weil ich keinen Wert auf Luxus, ja nicht einmal auf westlichen Komfort lege und statt dessen (in vermutlich durchaus romantisierender Art) vom Wunsch beseelt bin, mein Leben wenigstens für die Dauer dieser Reise zu reduzieren, Verzicht zu üben, alles nicht unbedingt Notwendige aufzugeben, wohne ich in einem der schlichtesten Bungalows der Insel: Einem Bambusverschlag von kaum 5qm Größe, in dem sich genau eine Matratze, ein Moskitonetz und ein Spiegel befinden; hinter der Durchgangstür das „Bad“: kein Dach, wieder nur einige Bretter, eine Toilette ohne Spülung, ein Gartenschlauch als Dusche. All die lückenhaft zusammengenagelten Bambusstreifen dienen höchstens als Sichtschutz, auf Privatsphäre verzichtet man nolens volens gleich mit, selbst das leiseste Lachen oder Husten aus dem nächsten Bungalow ist kristallklar zu hören. Dafuer fällt durch die vielen Lücken und Schlitze morgens sehr dekorativ das Tageslicht herein.

Koh Phayam, my bungalow

Weil es also eigentlich kein „Drinnen“ und „Draußen“ gibt und die beschriebene fragile, menschengemachte Einteilung des Natur ohnehin egal ist, kommt es immer wieder zu überraschenden Zusammentreffen mit Tieren. Dem riesigen roten Käfer auf meinem Zeh und dem kleinen Gecko, der kürzlich hineinlugte, begegnete ich noch mit dem großzügigen Verständnis der Städterin, die beschlossen hat, sich selbst nur als Gast der urwüchsigen Natur zu sehen. Als mir in meinem „Bad“ im Stockdunkeln – ich tastete gerade nach meinem Handtuch – jedoch eine Kröte von stattlicher Größe auf den Fuß stieg, entfuhr mir doch ein kurzer Fluch. Sie sprang gleich weiter und verschwand unter den Holzstufen; ich starrte ihr erschrocken nach, denn was macht eine Kröte in meinem Bad? Die Kröte starrte über die Schulter wütend zurück, denn was macht ein Mensch in ihrem Wohnzimmer? Wir sind immer noch Freunde, aber ihr Verhältnis zu mir scheint seitdem etwas, nun ja, angespannt.

Koh Phayam, large toad

Die Insel ist so einfach, dass es nur am frühen Abend Strom gibt und man ansonsten auf Kerzen und Taschenlampen zurückgreifen muss. Mein Smartphone hat überhaupt keinen Empfang – ich kann weder telefonieren noch ins Internet. Dafür gibt es Beach Parties, nette Leute und entspannte Musikjams. Fuer Erholungsuchende also genau das Richtige.

Koh Phayam, beach

Koh Phayam, beach at sunset

Koh Phayam, beach at sunset

 

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